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Adaptieren von Texten für Österreich

Texte, die für Deutschland übersetzt wurden, sind nicht unbedingt 1:1 für den gesamten deutschsprachigen Raum brauchbar. Oft ist eine lokale Anpassung notwendig, speziell wenn es um Patientenfragebögen, Marketing-Texte oder Produktinformationen geht.

Läuft man in Deutschland einmal mit dem Hund um den Block, so spaziert man in Österreich um den Häuserblock oder geht einmal um die Ecke.

Während es in Österreich Krankenanstalten gibt, so kennt man dieses Wort in Deutschland kaum und spricht von Krankenhäusern, Kliniken oder Ambulatoren.

"Das schmeckt köstlich" ruft der österreichische Besuch, der deutsche Gast findet es lecker.

Sie meinen, "lecker" ist auch in Österreich gang und gäbe? Natürlich! Sprache ist kein statisches Ding, sondern entwickelt sich laufend weiter. Nicht nur übers Fernsehen, auch durch Literatur, Print- und Online-Medien sowie soziale Netzwerke werden Begriffe "verstreut" und kommen auch anderorts in Mode.

Übersetzung ist eine Kunst – Michael Köhlmeier im Gespräch

Bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer Wien am 15. September 2010 war der Schriftsteller Michael Köhlmeier zu Gast. Im Gespräch mit Barbara Stöckl und Frau Mag. Sabine Kern, Vorsitzende der Berufsgruppe Sprachdienstleister, Wirtschaftskammer Wien, sagte Michael Köhlmeier unter anderem:

„Übersetzung ist eine Kunst. Es ist die Übertragung (von Gedanken und Ideen) von einem Kopf in den anderen.“ Ein Übersetzer müsse die Fähigkeit haben, die Gedanken des Autors zu erfassen. Michael Köhlmeier verglich dabei die Arbeit des Übersetzers mit jener eines Schriftstellers:

„Gefühle sind sprachlos. Je größer mein Wortschatz, desto besser und präziser kann ich mich ausdrücken.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um einen literarischen Text oder eine technische Gebrauchsanweisung handelt. Es geht immer um den reichen Wortschatz, der benötigt wird, um die Intention des Autors zu transportieren. Das sei auch der Grund, warum maschinelle Übersetzungen für Missverständnisse anfällig seien.

„Ein Schriftsteller hat oft Schwierigkeiten mit Fremdsprachen, weil er weiß, wie schwierig die eigene ist. Die eigene Sprache erfordert permanentes Üben. In Zukunft wird aber die Zweisprachigkeit Normalzustand sein, Englisch wird neben der eigenen Muttersprache zur Gebrauchssprache der Menschen in aller Welt werden,“ führte Michael Köhlmeier aus.